Projekte der Keller Grundbau GmbH in Spezial Tiefbau
Projekte der Keller Grundbau GmbH in Spezial Tiefbau

Projekte und Referenzen

Polder Wörth-Jockgrim

Baustelleneinrichtung
Baustelleneinrichtung

Einbau einer Dichtwand im DSM-Verfahren mit 3-fach Paddel

Um den Hochwasserschutz für die am Rhein lebenden Menschen zu verbessern, baut das Land Rheinland-Pfalz im Hinterland des derzeitigen Rheinhauptdeiches die Hochwasserrückhaltung Wörth-Jockgrim.

Als Sicherungsmaßnahmen für die nördlich gelegenen Jägerhöfe bei der Flutung des Polders war seitens des Bauherrn vorgesehen, im Bereich einer Gewässerquerung eine Durchströmung des Deichkörpers zu verhindern.

Dazu wurde der Grundwasserzustrom in Richtung der Jägerhöfe durch ein vertikales Dichtelement unterbunden, welches in Tiefenlagen zwischen etwa 16 und 18 m in den dort anstehenden sogenannten Oberen Zwischenhorizont einzubinden war.

Von Keller Grundbau GmbH wurden westlich des Neupotzer Altrheines auf einer Länge von ca. 60 m, sowie östlich davon auf weiteren etwa 600 m eine Dichtwand im DSM-Verfahren mit 3-fach Paddel hergestellt. Auf der gesamten Länge wurde die Dichtwand ca. 1 m in den Oberen Zwischenhorizont – eine bindige Schicht aus Schluff-Tongemischen - eingebunden. Um die relativ großen Tiefen zu erreichen, die anstehende Decklage aus ca. 2-3 m Schluff-Sandboden bzw. die unterlagernden sehr dicht gelagerten Kies-Sandgemische durchbohren und effektiv mit einer Zement-/Bentonitsuspension vermischen zu können, kam als Tragegerät für die Mischeinrichtung ein Liebherr LRB 155 mit einer Gesamtantriebsleistung von 450 kW zum Einsatz.

In Altrheinnähe wurden in Tiefen von 14 bzw. 16 m Holzhindernisse angetroffen, welche nicht durchbohrt werden konnten. Diese Hindernisse wurden landseitig mit der DSM-Wand umfahren.

Die Qualität der Dichtwand wurde durch ein umfangreiches Prüfprogramm, welches durch den Planer in Zusammenarbeit mit dem Bodengutachter aufgestellt wurde, gesichert.

Dieses enthielt im Wesentlichen die folgenden Anforderungen

  • Eignungsprüfungen der verwendeten Frischsuspension
  • Eignungsprüfungen an Mischproben aus dem Material der Baugrundaufschlüsse und der Frischsuspension
  • Probeentnahmen zur Eigen- und Fremdüberwachung aus Suspension und Wand zur Prüfung der erreichten Durchlässigkeiten bzw. Druckfestigkeiten aus verschiedenen Wandtiefen
  • Automatische Aufzeichnung sämtlicher Herstellparameter
  • Herstellung eines Probekastens mit Einbindung in die obere Schluff-Tonschicht und anschließendem Pumpversuch zur Überprüfung der Einbindung bzw. der Systemdichtigkeit
  • optische Überprüfung der Dichtwände durch Freilegen (Probekasten)

Verfahrensbeschreibung

Dreifachmischantrieb
Dreifachmischantrieb

Bei der Herstellung von Dichtwänden im DSM-Verfahren wird der anstehende Boden durch das Bohrwerkzeug gelöst und mit Suspension aus Spezialbindemittel zu einer Dichtwandmasse vermengt. Der Mischvorgang erfolgt dabei über drei sich um die vertikale Achse drehende Werkzeuge. Beim Einfahren der Mischwerkzeuge wird der anstehende Boden gelockert und unter Zugabe von Suspension mit hoher Mischenergie zu einem Bodenmörtel verarbeitet. Während des Ziehvorgangs wird weitere Suspension eingebracht und das Material nochmals intensiv durchmischt.

Das mäklergeführte Mischwerkzeug ist mit Mischstäben bzw. Paddeln ausgestattet, die eine optimale Durchmischung des anstehenden Bodens mit der Suspension gewährleisten. Die Suspensionszugabe erfolgt an den Spitzen der rotierenden Werkzeuge. Der Durchlässigkeitsbeiwert und die Druckfestigkeit des Bodenmörtels in der Dichtwand können über die Zusammensetzung und die Menge der zugegebenen Suspension gesteuert und eingestellt werden.